Mein Zugang erschließt sich wohl am ehesten an dem Ort, wo ich selbst gerade dabei bin, mir ein lebenswertes Umfeld zu erschaffen. Und so darf ich Sie einladen auf  einen kurzen, visuellen Rundgang und heiße Sie 

Herzlich Willkommen  

im

SACHERL WESENSQUELL

Sacherl Wesensquell

1. Das Berücksichtigen der Lage und der naturbürtigen Voraussetzungen

... richtet das Augenmerk auf die Umgebung, auf das größere Ganze, denn jedes Fleckchen Erde ist eingebettet in eine Landschaft und in ein Klima, mit denen es durchwegs in Wechselwirkung steht.

Blick von Lichtmessberg nach Waxenberg

Das Sacherl mit seinem 1 ha Grund rundherum befindet sich auf 650 Meter Seehöhe inmitten des hügeligen Mühlviertels im Tal, wo die "Kleine Rodl" entspringt.  

Höfsiedlung mit Sacherl (rechts)

Der Lichtmessberg im Norden bewirkt, dass der Böhmische Wind von NW abgeschwächt wird, was ein milderes Mikroklima zur Folge hat. Dieser erwärmende Effekt wird durch die südliche Hanglage noch verstärkt. 

Schild für Wasserschutzgebiet

Wo der steilabfallende Hang allmählich ins flachere Gelände übergeht, treten zahlreiche Quellen zutage. Und genau unter diesen Lebensadern am Bergfuß wurden einst das Sacherl und die angrenzenden Häuser der Höf-Siedlung gebaut. 

2. Der Blick zurück in die Geschichte

...ermöglicht, ein Gefühl sowohl für das Entstehen als auch das Fortbestehen zu entwickeln.

Urmappe, Doris

Während auf der Urmappe von 1830 bereits fast alle Häuser der Höf-Siedlung eingezeichnet sind, befand sich auf dem noch unbebauten Grundstück des Sacherls überwiegend eine Streuobstwiese, die später offenbar bezeichnend für seinen Hofnamen "Baumgartner" wurde. 

Höf 34, Archivfoto

Errichtet wurde das Sacherl vom Ehepaar Müller, das auf dem Foto, aufgestöbert in der Topothek Waxenberg, um ca. 1930 abgebildet ist. Die Sense unter dem Dachvorsprung könnte symbolisch für die damalige Subsistenzwirtschaft stehen, nämlich die kleinbäuerliche Selbstversorgung.

Reife Äpfel

Davon zeugen der Wirtschaftstrakt des Hauses, wo noch heute Einstellplätze für drei Rinder und ein Schwein zu sehen sind, sowie der großzügig angelegte Gemüsegarten und die zahlreichen Obstbäume. "Eure Vorgänger haben immer den süssesten Most gehabt", schwärmte uns ein alteingesessener Bauer aus der Nachbarschaft vor.

3. Das Wahrnehmen vom Außen und das Bewusstmachen vom Innen

...  ist ein Prozess des gegenseitigen Kennenlernens. Die eigenen inneren Einstellungen und Visionen treffen auf das, was schon vor Ort lebt und aktuell vorhanden ist. Es ist ratsam, sich für diese Begegnung Zeit zu nehmen, um auch im Wechsel der Jahreszeiten weiter zu entdecken.

Luftbild

Die Vogelperspektive auf das Sacherl bietet einen Überblick auf die unterschiedlichen Nutzflächen. Es gibt Wald, Wiese, Weide, feuchte und trockenere, abschüssige und flachere Bereiche.  

Knabenkraut in Wiese

Der Blick durch die Lupe ist manchmal gefragt bei der exakten Bestimmung der einzelnen Pflanzenarten. Sie geben Auskunft über die Lebensgemeinschaft, den Untergrund und die Art der Bewirtschaftung.  

Quellwasser

Geleitet vom inneren Bild, dass wir Menschen Teil der Natur sind, möchten wir mit unseren schöpferischen Ideen und Händen eine größtmögliche Vielfalt und Fruchtbarkeit erreichen, um auf dem Stück Land verantwortungsvoll von und mit der Natur zu leben. 

4. Der Einstieg in die Gestaltung erfolgt über das Lebensnotwendige

Was ist wesentlich für das Leben vor Ort? Was lässt sich unmöglich aufschieben? Diese Fragen markieren die Stelle des ersten Spatenstichs oder Scherenschnitts. 

Obstbaum schneiden

"Die Bäume gehören geschnitten", bemerkten meine Freunde, die im Frühling auf Besuch waren, um mir eigentlich beim Einbau der Heizung zu helfen. Die Heizung konnte warten, für den Schnitt der Obstbäume gab es hingegen keine Zeit zu verlieren, bevor ihre Knospen austrieben.

Saatvorbereitung

Auch für den Gemüsegarten galt es, den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen. Da es für uns wichtig war, schon im Jahr unseres Einzugs nahrhaft zu ernten, hieß es, rechtzeitig die Beete anzulegen, um sie für die Aussaat vorzubereiten.

Sanierung von hauseigener Quelle

Ins Trinkwasser rann Oberflächenwasser, sodass es vorrangig war, die hauseigene Quelle mit einem Lehmschlag und einer Drainage rundherum zu sanieren. Zusätzlich trat ein Leck in der Wasserleitung auf, wodurch der Einsatz eines Baggers unumgänglich wurde.

5. Das kreative Gestalten nimmt Form an

Aus dem einen ergibt sich das andere. Mit jedem Handgriff machen wir uns eine Spur vertrauter mit Grund und Boden.

Sanierte Quelle

Die runden Flusssteine zur Abdeckung der Drainagerohre sind nicht nur funktional, indem sie das Oberflächenwasser abfangen und versickern lassen, sondern dekorieren auch den sanierten Quellschacht. 

Weg mit Trockensteinmauer

Das Freischaufeln einer alten Entwässerungsrinne ergab Erde, mit der wir einen ebenen Weg anlegten. Die verwendeten Steine für die stützende Trockensteinmauer hatte der Bagger bei seinen Grabungen ans Tageslicht befördert.

Teich-Biotop

Ein Baggerloch durfte bleiben und wurde in einen kleinen Teich verwandelt. Er ersetzt die alten, verwachsenen Drainagerohre, auf die wir beim Graben gestoßen sind, indem er das unterirdische Hangwasser aufnimmt und über einen Abfluss ins Bächlein daneben weiterleitet.

Libellenpaar

Was uns zu einem erfrischenden Bad einlädt, wurde für Tiere und Pflanzen ein neu geschaffener Lebensraum. Unser Biotop wurde sogleich von Libellen liebend gerne angenommen, was ein  fruchtbares Zeichen für ökologische Vielfalt und lebendiges Fortbestehen ist. 

6. Die Ausrichtung - Zeit für Weitreichenderes

...ist angebrochen, wenn die "Erste Hilfe" vorüber ist, der Alltag wieder einen Rhythmus kriegt und das Fleckchen Erde ins Gefühl übergegangen ist. Um Klarheit für die Zukunft zu gewinnen, benötigt es nun einen Leitfaden oder eine Art Plan, der die Bewirtschaftung, die Pflege und die weiteren Vorhaben umfasst.

Pflanzen eines Maronibaums

In erster Linie geht es uns um Selbstversorgung mit biologischen Lebensmitteln, erwirtschaftet möglichst in geschlossenen ökologischen Kreisläufen auf dem Sacherlgrund, Dafür möchten wir Pflanzenbau und die Haltung einer begrenzten Anzahl von Tieren (2-3 Schafe, 10 Hühner, Bienen) miteinander verkoppeln. Dank der sonnigen Lage werden wir weitere, unterschiedliche Obstbäume pflanzen, unter anderem auch wärmeliebende Arten wie z.B. Weinbergpfirsiche und Maroni. Mit dieser Strategie passen wir uns auch gärtnerisch an den Klimawandel an. Und was zukünftige bauliche Massnahmen betrifft, so sind noch ein Holzschuppen, ein Carport und ein Unterstand für die Schafe geplant.

Im Grunde legen die natürlichen Voraussetzungen die sinnvolle Nutzung fest. Während das steilere und feuchtere Gelände links vom Bacherl sich als Weidefläche anbietet, ist die Mähwiese rechts davon auch ideal für den Obstanbau mit Hochstämmen. Die steilabfallende Waldfläche wiederum in einen ertragreichen Waldgarten zu verwandeln, ist darum so vielversprechend, weil der Hang bereits vom Überlauf der Nachbarsquelle bewässert wird. Und für die Nutzung der Flächen rund um Haus und Nebengebäude werden die kurzen Wege das entscheidende Kriterium sein, um die ökonomischen Aktivitäten drinnen und draußen mit möglichst geringem Energieaufwand zu verbinden. 

7. Die Umsetzung der einzelnen Gartenprojekte

... ist aktuell im Gange ... Bilder und Berichte folgen ...